Farbmausgrossnotfall!
- 14 m Welpen *Ende 03/11.
- Derzeit warten auf Kastration!
- Alle Tiere menschengewöhnt.
- Abgabegrund: Pflegschaft TH Berlin.
12.05.11: Alle Weibchen sind zu neuen Haltern gezogen. Derzeit resiedieren noch 14 Böckchen, die schon kräftig zanken, zumindest die mit Entwicklungssprung. Diese werden im ersten Schwung am 16.05.11 mit kastriert, sodass sie nach Ablauf der Kastraquarantäne schon vermittelt werden können. Die Spätentwickler müssen noch warten, futtern aber alle, was das Zeug hält. Aufgrund des Entwicklungsstandes der Tiere und ihrer gesundheitlichen Situation haben wir uns entschlossen, die Böcke ausschliesslich bei unserer Kleinnagerspezialistin kastrieren zu lassen, und sie nicht zurück ins THB zu bringen. Was das wieder kostet, verrate ich lieber nicht – aber alle sollen den besten Start ins Leben ermöglicht bekommen, den wir ihnen bieten können!!!
Die Wurmbehandlung führen wir jetzt nicht mit Panacur durch, da das Mittel zu stark für Jungtiere ist und sie an Kreislaufversagen (Zusammenbruch des Immunsystems nach Eleminierung der kompletten Darmflora) versterben können. Bei einem Halter der Weibchenfraktion sind daran drei Tiere verstorben!!! Anscheinend ist es nicht bekannt (auch nicht in der Tierärzteschaft), dass Panacur derartig wirkt, sodass wir die Informationen weitergeben müssen – zum Schutz aller nachfolgenden Tiere!!!
Derzeit werden die Mäuse mit einem spot on behandelt, regelmässig getestet und die Behandlung danach ausgerichtet und angepasst, sodass zwar die Würmer eliminiert werden, aber die Tiere immunstabil bleiben.
29.04.11: Mitten in der Geschlechtertrennung! Da die Kleinen im Mutterleib nicht viel bekommen haben (kommen anscheinend aus sehr, sehr schlechter Haltung), sind sie Spätentwickler, sodass wir jetzt umsichtig und auf Zeit die Geschlechter bestimmen müssen. Sie bekommen weiterhin ordentlich Brei, Frischfutter und umfangreich angemischtes Trockenfutter, eben alles, was der Mäusemagen begehrt…
Einige der Weibchen konnten schon vermittelt werden (4 separat + 4 + 2 jeweils in Rudel nach Quarantäne), es sind noch 3 Muttertiere (das älteste Weibchen, wahrscheinlich die Mutter der anderen 3 Muttertiere, ist am 27.04.11 verstorben… :-() die gemeinsam vorvermittelt sind, derzeit 11 Böckchen (die schon kräftig zanken ;-)) und 7 undefinierbare, also potentielle Weibchen oder Böckchen.
Die Kotuntersuchung bei unserer Spezialistin ergab zwar keine adulten Parasiten, dafür aber Wurmeier, sodass die Kleinen alle behandelt werden müssen. Gut, dass wir grundsätzlich vorsorgen – gerade bei GNF, Freigängern und Tieren, die sich an Konzentrationspunkten wie bspw. einem Tierheim aufgehalten haben ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Parasitenbefall vorliegt. Deshalb sei immer zur kompletten Untersuchung der Tiere, gerade bei Kleinnagern, geraten!
Bei den Böckchen, die hier bleiben bis zur Kastration werden wir die Panacur – Behandlung durchführen, bei allen Weibchen, die schon vermittelt sind bzw. vorvermittelt und jetzt ausziehen, werden das die Halter tun, da gewährleistet sein muss, dass jedes einzelne Tier die entsprechende Dosis bekommt und die Endoparasiten nicht verschleppt werden!! Eine Bestandsbehandlung ist in diesem Fall also nicht anzuraten, deshalb auf diesem Wege, zur Sicherheit der Tiere.
10.04.11: Die Kleinen sind jetzt 2 Wochen alt, alt genug, um sie umzusetzen – in ein sauberes und ordentlich grosses Gehege. Es gibt nur 4 Muttertiere, die sich mit säugen abwechseln bzw. die Nester zusammenlegen oder auch separat bauen. Die Kleinen sind jetzt gezählt – es sind 28 Welpen, dick und gesund – diese werden auch mit Sicherheit aufwachsen. Die Muttertiere sind noch handscheu, fressen aber gern ihr Breichen und sorgen fleissig für die Kleinen. Diese hopsen schon ordentlich und werden auch ein bisschen durchgeknuddelt, damit sie keine Angst vor Menschen entwickeln. Knuffig!!! ;-)
Sooo… da die Damen mittleren Alters schon auf dem Transport geworfen haben, konnte ich die Tiere weder umsetzen noch ihnen zusätzlichen Stress durch genaues Betrachten zumuten. Dazu setzt man im Normalfall die Tiere einzeln in eine unbefüllte Box, sodass man sie nicht in der Hand herumwurschteln muss. So kann man sie in Ruhe von allen Seiten anschauen. Trotz dieser schonenden Methode wäre das zuviel für die ohnehin schon gebeutelten Muttertiere geworden, sodass ich das zeitlich verschieben muss. Das sie ohnehin sehr ängstlich sind, bekommt man sie selten zu Gesicht. Ich hoffe, dass sich nicht doch ein Böckchen darunter versteckt, und werde in 1,5 Wochen Näheres wissen. Dann werden sie ggf. getrennt, der Bock kastriert und die Muttertiere abgespritzt, sodass die Kleinen keinen Stress erleiden und auch weiterhin gut aufwachsen.
Im TH Berlin wurden sie als angebliche Fundtiere abgegeben… Es sollten 5 w sein, ohne nähere Angaben. Wir haben sie zur Pflegschaft übernommen, damit die Welpen gut aufwachsen, ordentlich getrennt werden wenn es soweit ist und die Böcke im TH kastriert werden mit 12 Wochen, sodass das Rudel nicht zerfällt.
Wenigstens machen die Muttertiere, die ich bisher beobachten konnte, keinen kranken Eindruck, ausserdem sind sie parasitenfrei.
Eine Vermittlungschance… wäre gut, sehe ich im Moment aber kritisch. Die Muttertiere werfen nicht zum ersten Mal, es sind maximale Wurfzahlen. Einen Wurf habe ich gezählt, es sind 16 Welpen! Summasummarum nach Adam Riese rechnen wir also, bei unserer Pflege und wenn alles aufwächst, mit insgesamt bis zu 70 Tieren!!!
Wer also in absehbarer Zeit kleinen, gesunden und knuffigen Flusen ein liebevolles Zuhause bieten möchte, sollte sich umgehend bei uns melden!
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