Ein armes altes Weibchen


  • 1 w “Keks”, *ca. 05/08, black husky.
  • In Dauerbehandlung auf Gnadenbrot.
  • Keks sucht keinen Vermittlungsplatz!
  • Abgabegrund: Fundtier.


16.09.10: Die kleine Keks musste gestern abend im Notdienst der Tierklinik erlöst werden. Keks konnte selbständig kein Futter und Wasser mehr aufnehmen, sodass ich sie den Tag über per Hand zufüttern musste, damit sie nicht dehydriert.
Die Tiere, die im Leben ihren Platz nie finden konnten warten lebenslang darauf, doch noch etwas Schönes und Positives zu erleben. Wenn sie dann tatsächlich ankommen sollten – so wie Keks bei uns, auch wenn es nicht perfekt ist (Gesellschaft konnten wir ihr aus Krankheitsgründen leider nicht mehr bieten) – wenn sie sich wohlfühlen – können sie das höchstens ein paar Tage geniessen, dann schlagen Krankheit und Alter mit voller Wucht zu Buche und sie verfallen zusehens. Es ist, als hätten sie nur noch auf ein paar liebevolle Augenblicke gewartet, bevor sie aufgeben – weil sie nicht mehr können. Keks war eine von ihnen, und wir sind schon so vielen von diesen armen Wurschteln begegnet. Immer haben wir versucht, ihnen die letzten Tage so angenehm wie möglich zu gestalten, und immer waren sie unendlich liebebedürftig und dankbar. Sie fühlten sich endlich zu Hause…
Wie kann es nur passieren, dass Tieren lebenslang ein Platz nur für sie verweigert wird? Wie kann es geschehen, dass man sie herumreicht wie abgelegte Kleidung, sie wegwirft wie Abfall, sie aussetzt und keine Verantwortung für ihr kleines, zerbrechliches Leben übernimmt?
Menschen gehen selbst mit ihrer eigenen Art derart um – das werde ich nie verstehen.
Leb wohl, kleine Keks, hinter der RBB sehen wir uns wieder. Deinen Platz erbt das nächste arme Wurschtel, was im Karton auf dem Alex ausgesetzt wurde. Drücke ihm die Däumchen, das auch er sich hier so wohlfühlt wie Du und endlich in seinem Leben ankommt…
Für die Lebenden…

13.09.10: Aaalsooo… Maus wurde umbenannt in “Keks”, ist älter als geschätzt – wahrscheinlich um die 2 – 2,5 Jahre und bleibt hier auf Gnadenbrotplatz, weil sie zu alt und v.a. zu krank für eine OP oder eine Integration ist. Keks ist mittlerweile sehr handzahm, kuschelt gern und lässt sich putzen, sie hat ein Freiganggehege. Die Wunden heilen langsam, aber sie heilen, der Tumor wächst nicht weiter und die Herzgeschichte haben wir im Griff. Allerdings hat sie eine chronische, weitreichende Atemwegsinfektion mit Folgen, u.a. sind Herz- und Lungenfunktion eingeschränkt, die Mittelohren und die Augen ect. betroffen. Bei Keks geht es mom noch um ein paar schöne, lebenswerte, schmerzfreie Tage, die wir ihr hier gern gestalten wollen, bevor wir sie gehen lassen müssen…

31.08.10: “Maus” ist lieb und handzahm, nur frontal im Häuschen “knibbelt” sie gern ein wenig am Finger. Sie wurde mit mindestens einem Partnertier ausgesetzt, welches allerdings nicht auffindbar und wahrscheinlich verstorben ist. Die kleine Maus war sehr lang schon draussen und hat einen akuten Atemwegsinfekt, ist derzeit in Antibiose, die Milben wurden erfolgreich therapiert. Maus hat einen Mammatumor, der stetig wächst, sodass sie in absehbarer Zeit operiert werden muss. Da das Tier Wanderrattenkontakt hatte (Bisswunden), muss von einer Trächtigkeit ausgegangen werden, weshalb sie abgespritzt wird.
Wenn alle Behandlungen gut abgeschlossen sind (in frühestens 14 d), sucht die kleine Maus Anschluss an ein gleichaltes, liebes Rudel, um den Rest ihres Lebens noch in artangemessener Haltung in Gesellschaft verbringen zu können!! Däumchendrück für die OP!!!

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Geschrieben unter: vermittelt