Was sind Notfälle und wie entstehen sie?
Bei dem Raum Berlin und Umland handelt es sich um ein Ballungszentrum mit einer hohen Konzentration am Einwohnern, die, vereinfacht gesagt, auch viele Heimtiere halten.
Bei den Notfallabgaben muß unterschieden werden zwischen Privatabgaben und meist größeren Tierabgaben aus bspw. Wohnungsräumungen, Labors oder unkontrollierten Vermehrungen.
Leider werden auch die Abgabegründe für Privatabgaben immer profaner, sie reichen von angeblichen Allergien der Halter bishin zu angeblicher Bissigkeit der Tiere.
Dahinter stehen meist Selbstüberschätzung, Überforderung, Gleichgültigkeit und Desinteresse. Das Tier wird nicht länger als Lebewesen gesehen, sondern als Sachgegenstand, und folglich auch als ein solcher behandelt. Unterstützt wird dieser Verlust von Wertvorstellungen und diese Entwicklung maßgeblich vom Gesetzgeber.
Berlin ist, wie viele Ballungszentren, sicher auch ein sozialer Brennpunkt, wo es passieren kann, dass falsch verstandene Tierliebe und die Unfähigkeit, die eigene Existenz zu meistern, zu einem Desaster führen.
Es gibt natürlich auch einen geringen Teil an Tierhaltern, die ihre Tiere lieben und sie nur ungern abgeben, dies aber müssen (Wohnungswechsel, Allergien, Auslandsaufenthalt ect.) – allerdings treten solchen Fälle eher selten auf.
Grössere Notfallaufkommen wie bspw. Animal Hoarding Notfälle häufen sich seit der Jahrtausendwende massiv, ein exponentieller Anstieg ist zu verzeichnen. Im Grunde ist auch das ein gesellschaftspolitisches Problem – die Vereinzelung des Menschen innerhalb einer hochentwickelten, schnell – lebigen Gesellschaftsordnung führt zu sozialer Isolation und vermehrt psychischen Krankheiten, eine davon ist das AH – Syndrom (verwandt dem Messie – Syndrom). Tiere werden also unkontrolliert gehortet, vermehrt und verwahrlosen gemeinsam mit dem Horter – falls die Exekutive (finanzielle Interessen überwiegen meist vor dem Wohl von Mensch und Tier) überhaupt einschreitet… führt das bestenfalls zur Beräumung der Tiere.
Was wird aus diesen Tieren? Was wird aus dem – unheilbar – psychisch erkrankten Menschen?
Im Brandenburger Umland, einer recht ländlichen Gegend, treten dagegen eher Notfälle mit ausgesetzten Tieren (da sie keine Überlebenschance haben, müssen sie mühevoll wieder eingefangen werden) oder der Wildform Rattus norvegicus auf. Insgesamt gibt es mehr Notfälle mit bspw. Hunden und Katzen als mit Kleinsäugern insgesamt.
Trotz allem – und das sollte hier nicht unerwähnt bleiben, sind die meisten der hier aufgenommenen Notfälle das Ergebnis keiner/ falscher Beratung in Zoofachgeschäften oder bei privaten Vermehrern (die sich gern als “Züchter” bezeichnen)!
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