Zoofachhandel
Eine traurige Wahrheit
Leider wenden sich viele Menschen, die ein Kleintier halten möchten, immer noch zuerst an den vermeintlichen ZooFACHhandel. Es ist auch ganz einfach – man geht dort hin, meist ist es recht nah, kauft das Zubehör und nimmt bei dieser Gelegenheit auch das Tier mit.
Soweit so schlecht.
Nach einiger Zeit gestaltet sich das Trauerspiel folgendermaßen: das Kind, für das das Tier eigentlich gedacht war, bekommt plötzlich so rote Pusteln an den Händen, und irgendwie krabbeln da auch so kleine schwarze Punkte auf dem Tier – das Tier muß weg! Endstation – wieder der Zooladen des Erwerbs, der sich seines Profites freut, die Tiere entweder ein zweites Mal verkauft oder verfüttert oder das Tierheim, falls es die Tiere bis dorthin schaffen und nicht vorher ausgesetzt werden bzw. an einen anderen verantwortungslosen Halter weitergereicht werden.
Oder dem Kind wird das Tier langweilig, Käfig putzen mag es auch nicht mehr, und es steht halt nur noch so rum… Nach dem Verschenken setzt sich das Drama dort fort. Endstation – …
Drittes und leider häufigstes Szenario: das Tier kommt nicht allein. Entweder wird plötzlich eines der “beiden Männchen” immer runder und nur eines hat “zwei symmetrische Tumoren am Hinterteil”, oder alle können sich plötzlich über viele kleine Stimmchen aus dem Nest der “gerade von der Mutter abgesetzten” Weibchen freuen. Endstation – …
Was meinen Sie, wo die Tiere enden?
Die Mähr vom ZooFACHhandel
In der Branche des Handels mit lebenden Tieren geht es wie in anderen Branchen auch um Profit, schlimmer noch unter den heutigen Bedingungen um den einfachen Lebensunterhalt.
Das Wohl der Tiere tritt damit weit in den Hintergrund, weil sie als Ware gehandhabt werden müssen – die Idee, Tierhandel mit Tierschutz zu verbinden, ist demnach absurd. Am guten Geschäft hängen Arbeitsplätze und damit Existenzen, wer das nicht begreift, ist weltfremd.
Um Gelder bei wachsender Konkurrenz einzusparen wird Personal beschäftigt, das, gelinde ausgedrückt, keine Ahnung von den Tieren hat, dementsprechend werden die Tiere auch betreut und die Kunden beraten. Das gilt genauso für das empfohlene Zubehör!
Es ist sicher schwer von einem Nicht – Tierhalter einzuschätzen, wie gut oder schlecht die Unterbringung und der Umgang mit der Ware Tier gehandhabt wird, noch schwerer aber scheint es zu sein, bei vorhandenem Wissen das Personal auf die Mißstände anzusprechen…
Die meisten Zustände herrschen wie folgt: Unterbringung mit falschem/ ungenügendem Futter, kein Wasser, Box oder Terrarium zu klein/ zu schlecht belüftet, keine tierärztliche Betreuung, keine äquivalente Umgebung (keine Versteckmöglichkeiten), fehlende Beschäftigung und v.a. keine Trennung nach Geschlechtern.
Die Folgen lassen sich kurz so umreissen: Tiere keinen Kontakt gewohnt und gegebenenfalls bissig, Tiere krank und/oder mit Parasitenbefall, unkontrollierte Vermehrung – Verkauf trächtiger Tiere oder von Pärchen, weil das Personal die Geschlechter nicht unterscheiden kann. Die Jungtiere nehmen sie entweder gar nicht zurück oder wenn doch, sparen sie an den Futterkosten und verkaufen sie weiter, oder sie dienen als Lebendfutter für Reptilien.
Haben Sie nun das Problem zu Hause, d.h., sie besitzen kranke oder trächtige Tiere, werden Sie damit allein gelassen, denn es rentiert sich nicht, Ihnen zu helfen!
Der Höflichkeit halber muß ich einräumen, daß es Ausnahmen geben mag – ich kenne viele Zoogeschäfte – leider allerdings habe ich bisher noch nicht ein einziges Mal eine solche erlebt.
Geschrieben unter: Notfallproblematik, Probleme im Tierschutz
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