Notfälle – Definitionen und Realitäten
Im letzten RG wurde ich gefragt, welche Bedeutung das Wort Notfall für jeden Einzelnen für uns hat, dabei kann ich natürlich nur für uns, das Tierhausi, sprechen.
Die Frage ist wirklich interessant und ich hoffe, noch mehr Meinungen dazu evtl. hier lesen zu können und bin gespannt auf die Reaktionen.
Unsere Definition eines Notfalles ist folgende (Auszug aus Webseite):
Zu der Definition von Notfalltieren läuft seit mehreren Jahren in vielen Vereinen und Interessengruppen eine kontroverse Diskussion, was beachtliche Auswirkungen auf die gegenüber dem Tier geleistete Hilfe nach sich zieht. Deshalb ist diesen Definitionen mit der genügenden Umsicht zu begegnen.
Auf dieser Website wird, wenn von Notfalltieren die Rede ist, deshalb von folgenden Voraussetzungen ausgegangen:
“Ein Notfalltier ist ein Tier, das sich in Not befindet, bzw. in absehbarer Zeit in Not geraten wird, wobei Not als Einschränkung arteigener Bedürfnisse und Ansprüche an die Umgebung, sowie zusätzlich bei Heimtieren als Verlust positiver und liebevoller Interaktion mit dem Halter definiert wird.”
Die Auflistung arteigener Bedürfnisse von Farbratten bspw. sind zu finden in den Merkblättern des VdRD e.V. (Allgemeine Haltungsbedingungen), den TVT – Richtlinien und den Hinweisen und Vorgaben anderer Interessengruppen und Vereine (bspw. Ausland – Club der Rattenfreunde Schweiz usw.), die eine Vermehrung der Tierart konsequent ablehnen. Bei Zucht- bzw. Vermehrungsvereinen im Heimtierbereich werden ansonsten teils auch andere, qualitativ minderwertigere, Haltungsnormen vorgegeben. Ein “gutes schlechtes Beispiel” sind hier, um in Deutschland vor der Haustür zu bleiben, unsere allseits “beliebten” Zoo”fach”handel. Wie im Gewerke vorgeschrieben braucht nur ein Mitarbeiter oder der Betreiber selbst den Sachkundenachweis bzw. amtstierärztliche Genehmigung zur Haltung, hier sehen allerdings die Haltungsnormen, die oftmals nach Ansicht von ATA, Legislative, Executive und auch Tierschutz die “arteigener Bedürfnisse und Ansprüche an die Umgebung” erfüllen, anders aus. Mehrere Generationen in viel zu kleinen und ungeeigneten Gehegen, unkontrollierte Vermehrung und Inzucht durch fehlende Geschlechtertrennung, dadurch verletzte und kranke Tiere, keine äquivalente Versorgung mit Futter und Wasser, keine (äquivalente) tierärztliche Betreuung.
Was hier betrieben wird, ist eine bewusste Herabsetzung der Qualität der Haltungsnormen unter das Grundqualitätsniveau des einfachen Überlebens im Hinblick auf noch höhere zu erzielende finanzielle Gewinne. Vergleichbar übrigens auch mit dem Massentierhaltungssystem aller Industienationen. Das Hauptaugenmerk gilt hier der Effizienz der Bewirtschaftung um die finanzielle Ausbeute zu steigern. Tiergesundheit und Wohlbefinden sowie die Ablieferung einer guten Ware an den Kunden bleiben uninteressant.
Warum? Weil der Kunde das mit sich machen lässt.
Geschrieben unter: Notfallproblematik, Probleme im Tierschutz






