Diskussion Notfalltier


Es ist immer wieder verwunderlich, selbst in bspw. einschlägigen Tierschutzzeitschriften zu lesen, daß Tiere aus Notfällen immer krank sind, bissig oder anderweitig gestört. Außerdem sind sie natürlich alt, haben Vorprägungen und machen Probleme
Aber das die Meinung der Redaktion nicht mit den hier wiedergegebenen Beiträgen übereinstimmt, wissen wir ja alle, oder doch nicht?
Heimtiere sind in unserer Gesellschaft immer vom Menschen abhängig, der über ihr Schicksal entscheidet, sie stehen ihm wehrlos gegenüber. Da werden Tiere als Kampfmaschinen mißbraucht, als Prestigeobjekt gehalten oder müssen bestimmten anderen Anforderungen genügen – ansonsten landen sie auf dem großen Abfallhaufen unserer Konsum- und Wegwerfgesellschaft.
Meist sind es die Menschen mit den größten Anforderungen an die Tiere, die für solche Deklarationen verantwortlich sind, und diese in unbedarften Kreisen ganz unzensiert weiterverbreiten. Soziale Verantwortung ist für sie ein Fremdwort, und Liebe zum Tier ebenso. Sie weisen mit ihrer Haltung den Tieren die Schuld und die Folgen an ihrem Schicksal zu.
Ist denn ein Mensch, der seine Arbeit aufgrund der Umstände verliert und in soziale Not gerät, vielleicht selbst daran schuld?

Notfalltiere sind genauso bissig, gestört, alt oder krank wie alle anderen Tiere auch, denn sie nehmen sich nicht aus der Masse der Heimtiere aus. Jedes Heimtier kann in Not geraten, und jedes Notfalltier einen guten Platz zum Leben finden. Die zahlenmäßig größten Notfälle sind z.B. solche mit völlig unverprägten, zahmen und gesunden Jungtieren… Sollten doch einmal – was recht selten passiert (sonst würde unser Tierhausi aus allen Nähten platzen) Tiere eine sehr schlimme Vorgeschichte hinter sich haben (Mißhandlungen ect.) und dementsprechend reagieren, werden sie, solange sie dies tun, von uns nicht weitervermittelt und bleiben im Zweifelsfall bis zu ihrem Tod hier. Ähnlich kranke Tiere – sie werden tierärztlich betreut und gesund vermittelt, sollten sie chronisch krank sein haben sie hier ihren Gnadenbrotplatz, genau wie die “Opas und Omas”. Diese Handhabung liegt ganz in der Verantwortung des Vermittlers, denn niemand hat etwas davon, wenn der Halter unzufrieden oder überfordert ist, am wenigsten das Tier.
Tiere aus Notfällen sind also nicht “anders” als alle anderen Tiere, sie haben weder einen Knopf im Ohr noch ein Brandzeichen. Im Gegensatz zum Zoofachhandel wird bei der Vermittlung kein krankes, trächtiges oder traumatisiertes Tier abgegeben – alle Tiere sind gesund und verhalten sich ganz “normal”. Der Halter wird zu den Tieren eingehend im Vorfeld beraten und es werden Empfehlungen ausgesprochen. Wider besseren Wissens werden keine Tiere abgegeben.

Weitersagen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Linkarchiv
  • TwitThis

Geschrieben unter: Notfallproblematik, Probleme im Tierschutz

 Hinterlassen Sie einen Kommentar 

   *) erforderliche Felder