Animal Hoarding
Woran erkenne ich in meinem Umfeld einen Tierhorter?
Die häufigsten Berichte über das animal hoarding finden sich nicht in der psychiatrischen, sondern in der veterinärmedizinischen Literatur, es tritt meist zusammen mit schweren psychischen Krankheiten auf („Center for Animals and Public Policy“, Massachusetts, Auswertung von 54 Fällen landesweit USA, Profilerstellung). In der wissenschaftlich – psychiatrischen Literatur gibt es deutliche Zusammenhänge mit verschiedenen Krankheitsbereichen wie Demenz, pathologisches Suchtverhalten, Bindungsstörungen und Zwangsneurosen. (Die Langzeittherapie für Tierhorter in den USA ist als solche ebenso anerkannt und wird daher regulär durch die Krankenkassen bezahlt.)
Typisches Profil eines Tierhorters: 76% sind weiblich. 46% sind 60 Jahre oder älter. Mehr als die Hälfte lebt allein. Bei 69% der Fälle ist der Boden im Wohnbereich mit tierischen Exkrementen bedeckt. In über 25% der Fälle befanden sich Kot und Urin auch im Bett des Horters. In 80% fanden sich auch tote Tiere, in 60% nahm die Person davon keine Notiz. (Patronek G., Hoarding of animals: an underrecognized public health problem. Public Health Report 114:81-87,1999).
Tierhorter lieben Tiere und nehmen sich selbst als engagierte Tierschützer wahr, die von anderen Menschen verkannt werden. Hoarder können jeden sozialen Hintergrund und jedes Alter haben. Eine der Hauptursachen für das animal hoarding Syndrom ist außer einem fehlgesteuerten mammophilen Versorgungstrieb sicherlich die Angst vor sozialer Isolation, die leider durch die gesellschaftlichen Strukturen gefördert wird. Auch die Hebung des Selbstwertgefühls kann dazu beitragen, immer mehr Tiere aufzunehmen – animal hoarder sind davon überzeugt, aktiven Tierschutz zu betreiben – durch diese Überzeugung und inkorrekte Selbstwahrnehmung sind sie in der Lage, auch auf andere Menschen überzeugend zu wirken und ein durchaus stabiles und vertrauenswürdiges Bild ihrerseits in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Eine weitere verwandte Form dieser Krankheiten, die oft über Heimtiere manifestiert wird, ist das Aufmerksamkeit-Defizit-Syndrom, eine vielschichtige Krankheit, die sich selbst erklärt. Der Mangel an Aufmerksamkeit durch andere wird über abhängige Existenzen, in diesem Fall Tiere, kompensiert. Diese psychischen Krankheiten sind nicht heilbar!
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