Stabile Dreiergruppenhaltung bei Farbratten
Zu dritt werden Farbratten genauso zahm, vielleicht sogar durch reduzierten sozialen Stress noch zahmer als in Zweierverprägung, ausserdem zeigen sie viel mehr an Sozialverhalten, was man gut beobachten kann. Das sollte man sich als Tierhalter keinesfalls entgehen lassen! Drei Tiere sind aufeinander nicht so stark angewiesen wie nur zwei es sind und haben bei der Wahl bspw. ihres Interaktionspartners die Auswahl. Wenn drei Geschwister oder Tiere, die im Welpen- bzw. Absatzalter vergesellschaftet worden sind zusammen gehalten werden, wird auch niemand als „drittes Rad am Wagen“ ausgegrenzt, auch das liegt in der Verantwortung der NFV.
Die Tierarztkosten und das handling – hier gibt es eigentlich gar nichts dazu zu sagen, denn wer auch nur eine der beiden Voraussetzungen nicht erfüllen kann ist ganz simpel nicht zur Rattenhaltung geeignet und sollte auch keine Tiere bekommen. Hat dieser Interessent aus egoistischer Motivation kein Einsehen, wird das früher oder später zu Problemen führen, diese lasten dann hauptsächlich auf den Schultern der Tiere und ggf. der NFV, die sich eines solchen Falles dann annimmt.
Sicherlich gibt es noch viele Aspekte mehr, die zu berücksichtigen sind, aber das hier sind erst einmal die Wichtigsten – sonst würde der Artikel zu lang werden. Die Tierhaltung egal welcher Art sollte immer artangemessen und nachhaltig ausgerichtet sein, um schon vor der Anschaffung der Tiere dafür zu sorgen, dass Probleme im Vorfeld vermieden werden!
Geschrieben unter: Tierhaltung







09.05.2010 um 14:50
Hallo,
wäre dann die 3. Ratte nicht auch irgendwie wie das
5 Rad am Wagen?
Denn meist beschäftigen sich doch 2 Tiere intensiv miteinander.
Ich dachte auch das eine gerade Zahl von 2 Rattis doch
besser passt als 3, damit einer nicht ständig in die Röhre guckt.
Anstelle von 3 sind dann doch wohl lieber gleich 4 zu empfehlen, dann bleibt es unentschieden.
So dachte ich zumindest wäre es dann richtig!
Gruss, Silvie
09.05.2010 um 15:30
Liebe Silvie,
leider stimmt das so nicht ganz bei Rudeltieren. Es ist schon so, das sich in einer Zweierverprägung (Ratten nur zu zweit) die Tiere sehr intentiv miteinander beschäftigen – leider müssen sie das auch – denn sie haben keine Wahl. Das führt zur o.a. Verprägung, beide Tiere nehmen feste Positionen ein und leiden unter immensem, psychosozialem Stress. Sie müssen die Aufgaben vieler Rudelmitglieder sich teilen, sodass ihre Charaktere zusätzlich unterdrückt werden. Da sind Probleme vorprogrammiert, bspw. beim Tod eines der Tiere in der nachfolgenden, notwendigen Integration. Leider gipfelt das Problem oft im Tod aus Trauer des verbliebenen Tieres!
Aber das ist vermeidbar, mit bspw. einer stabilen Dreiergruppe (wo alle diese Probleme nicht auftreten) aufwärts. Keines der Tiere wird ausgegrenzt (“5. Rad am Wagen”), alle Tiere haben die Wahl, bei einer Integration gestaltet sich diese einfacher und ist auch nicht extrem zeitgebunden (da ja noch 2 Tiere vorhanden), Trauertod gibt es nicht.
Natürlich empfehlen wir auch gern 4 Tiere ;-) – aber ab 3 in der Gruppe wird es eben tiergerecht – bei Rudeltieren, so bspw. auch Farbmäusen.
Empfehlungen von dieser Seite: Haltung allg., Merkblatt für Rattenhaltung im download Bereich “Aktion Nimm 3!”, Buchempfehlung: Oechler: “Farbratten”.
Liebe Grüsse, Katja vom Tierhausi.