Rudelhaltung


Bei uns in der Pflegestation “Tierhausi” haben wir bisher immer so um die 3 – 4 größere Rudel und mehrere kleine gehabt, die größeren Rudel bestanden aus ca. 8 – 20 Tieren, die kleineren aus ca. 1 – 8. Durch die permanente Aufnahme und Vermittlung haben wir einen recht großen Durchlauf, allerdings wird immer recht streng nach Vermittlungs- und eigenen Tieren getrennt. Die eigenen Tiere, 3 größere Gruppen, hatten bisher einen eigenen Raum, wo sie jeweils 24 h separaten Auslauf hatten. Abends wurden im Lauf – Rhythmus die Volieren gereinigt, die Tiere geknuddelt und alle Tiere angeschaut. In unserem “Aufenthaltsraum” (Kombi Wohn- und Schlafzimmer, alles Übergangslösungen wg. Umbau) waren die kleineren Gruppen, vorwiegend alte und kranke Tiere, zur ständigen Beobachtung untergebracht, diese durften unter Aufsicht laufen.
In einem separaten Raum stehen die Vollies für die Vermittlungstiere, falls diese dazu bereit waren (Gesundheit, Zutraulichkeit ect.) durften auch diese unter Aufsicht laufen.
Extrem wichtig ist bei der Haltung derart vieler Tiere ein genauer Zeitplan und eine gute Organisation, da wir zwar vorwiegend, aber nicht ausschliesslich Ratten betreuen muß der Tag exakt geplant werden. “Nebenbei” sind Arbeit, Studium und derzeit v.a. Hausausbau ein Thema. Im Gegensatz zum Halter sind wir leider nicht immer in der Lage, einen Bestand zu planen, sei es, weil mal wieder jemand etwas vor unserer Tür platziert oder unerwartete Notfälle kurzfristig bewältigt werden müssen.
Um den Tieren gerecht zu werden, richte ich mich nach folgenden Kriterien: Habe ich die Möglichkeiten, dem Tier aus einem Notfall bei mir ein qualitativ besseres Leben zu bieten (auf bzw. über einem Grundqualitätsniveau – Futter, Wasser, Behandlung, Sterbehilfe, emotionale Bindung und Zuwendung ect.) als es woanders möglich wäre? Bin ich in der Lage, das Tier bis zu seinem Tod derart zu versorgen?
Kann ich beide Fragen mit gutem Gewissen bejahen, bin ich in der Lage, ein Tier aufzunehmen.
Sicher definiert jeder das Grundqualitätsniveau individuell anders, orientieren sollte man sich deshalb am besten dahingehend am liebevollen Halter, der nur 3 – 5 Tiere beherbergt.
Um Zeit zu sparen versuche ich zusätzlich, einiges zu optimieren, was besonders sinnvoll bei der Arbeit im Umfeld der Tiere ist, bspw. Käfigreinigung, Futtergaben, Medikamentengaben, TA – Besuche ect. – hier macht sich die langjährige Erfahrung bezahlt.
Allerdings – und das zum Schluß – ist die Haltung mehrerer Rudel nicht immer einfach, grundsätzlich gilt auch, daß die Anzahl der Tiere wesentlich weniger Einfluß hat als die Anzahl der Rudel. Deshalb versuchen auch wir seit Jahren, wenigstens bei unseren eigenen Tieren bei einem Großrudel zu bleiben, was sich schlecht bisher verwirklichen ließ – allerdings ist mit dem Laborbinchennotfall unser großes Ziel mittlerweile fast in greifbare Nähe gerückt!!! ;-)

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