Gehegegrösse und Co.
Anforderungen und deren Umsetzung.
Ratten sind, wenn man sie lässt, dreidimensional agile Tiere, also Laufen, Klettern, Graben. In der Heimtierhaltung hat letzteres immer mehr an Bedeutung verloren, den Ausgleich kann man im Freilauf schaffen (bspw. die im letzten RG schön beschriebene Buddelkiste, analog die beliebten „Blumentopfwühler“). Bleibt eine zu berücksichtigende Lauffläche und eine entsprechende Höhe. Zusätzliche Lauffläche schafft man mit Etagen, hier gibt es zwei wesentliche Punkte – einerseits sollten sich auch die grössten Ratten zwischen zwei Etagen vollständig aufrichten können, andererseits werden alle Ratzen auch mal älter, sodass Möglichkeiten zur Rampenanbringung ohne Gefahren für die Tiere vorhanden sein müssen, im entsprechend nicht zu steilen Neigungswinkel, sodass auch die Hinterhand – lahmen Opas und Omas den Weg nach oben finden. Das schliesst schon eine zu kleine Grundfläche, wie bspw. oft in Vogelvolieren oder Terrarien – ähnlichen Bauten sowie umgebauten Regalen (grosse Länge, geringe Tiefe der Laufstrecke = „Kegelbahn“ ohne vernünftige Einrichtungsmöglichkeit), aus.
Für die Höhe gilt eigentlich das Gleiche: Fallhöhe = Aufrichthöhe Ratte max. = ungefährlich, soweit selbstverständlich keine scharfen Kanten ect. Ich nehme hier mal den Durchschnittswert vom „Herrn Professor“, der grössten Ratte die wir je hatten (952 g) mit 30 cm an. Wichtig bei der dritten Dimension: die „Durchfallhöhe“ (nein, nicht wie weit es spritzt wenn man zu viel Grünfutter konsumiert hat – sondern bei nicht durchgängigen oder überlappenden Etagen die maximale Fallhöhe der Ratte, wenn sie abstürzt) – da bleibe ich beim Etagenabstandswert von 30 cm. Inclusive der meisten Ratten, Haltererfahrungen und damit dem Durchschnitt, exclusive sich zankender Fellknäule, Glasknochenpatienten und anderen Einzelerfahrungen.
Damit haben wir eigentlich schon beide Dimensionen beschrieben, die ein Gehege brauchbar oder eben auch nicht gestalten, und wir haben eine Idee im Kopf, wie’s berattet aussehen könnte.
Noch ein Wort zu den Etagengrössen, die sich eigentlich aus besprochener Grundfläche und Fallhöhen ergeben… in Sachen Zubehör eignen sich für Ratten Einrichtungen aus dem Meeri – Bedarf – zumindest, wenn die Gruppengösse nicht höher als 5 Tiere beträgt, denn wie wir wissen neigen Ratten dazu, beim ratzen „Haufen“ zu bilden, das sollte ihnen auch ermöglicht werden. Nichts ist bescheidener als eine Gruppenseparation nur aufgrund von zu kleinen Wohnungen („Plattenbauten“). Das gilt nicht nur im Hinblick auf die Gruppengrösse, sondern auch auf die Tierart selbst – Ratten sind keine Schildkröten und müssen von daher auch ihre Häuser, falls sie sie nutzen wollen – nicht mit sich herumtragen. Finger weg dito von kleinen Durchbruchsöffnungen in bspw. Häuschen – ein Steckenbleiben des/ der Tiere kann tödlich enden!
Jede Etage sollte also ausser Lauffläche noch ein wenig zu bieten haben, nämlich das, was unsere Faulpelze dazu anregt, überhaupt erst diese Etage zu besuchen. Dieses was – auch – immer (Häusi, Tunnel, Nestchen und co.) möchte absturz- und laufbehinderungsfrei installiert werden, wir haben ja schliesslich auch keine verschiebbaren Möbel aus Pappe in der Wohnung.
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