Operationen – das leidige Thema für Ratzen und ihre Halter.
Leider sind OPs sehr häufig an der Tagesordnung, sei es wegen eines Tumors, eines Abszesses an einer unmöglichen Stelle, einer Infektion oder einer Amputation. Nicht zu vergessen die Kastration.
Vor einer OP packe ich das Ratz in einen kleineren, gut transportablen und gut zugängigen Käfig (nicht dass der Doc eher auf dem OP – Tisch landet als das Ratz *g*), der Käfig wurde frisch desinfiziert und ist ausgestattet mit einer dicken Lage Zeitungen und obendrauf Küchenrollen. Habe ich kein Häuschen drin, was manchmal notwendig ist, decke ich den Käfig ab. Dazu kommt ausreichend Rattima und eine Tagesration Gurke für den Durst (evtl. unbeabsichtigtes Auslaufen einer Trinkflasche vermeiden). Naja – von den „gutes-Gelingen-Leckerchen“ schweigen wir mal…
Die Tiere werden ob des Kreislaufes morgens operiert, und wir können sie meist ab 16.00 nachmittags, vorausgesetzt, sie sind bei vollem Bewusstsein und außer Gefahr, wieder abholen.
Zu Hause bleiben die Tiere in diesem Käfig, der gleichzeitig als Krankenkäfig fungiert, unter Beobachtung und werden, falls sie nochmals einschlafen, ab und zu gewendet bzw. die Körpertemperatur wird kontrolliert. Fällt diese ab („kalte Füßchen“ ect.), werden sie per Wärmekissen o.ä. oder Körperkontakt gewärmt und massiert. Wichtig ist auch das Anbieten von Wasser und Nahrung, gegebenenfalls als Brei. Meist entscheidet die erste Nacht darüber, ob sie es überstehen.
Unser Doc gibt nach dem Eingriff auch nach Bedarf kreislaufstimulierende Mittel, und hat einen sehr guten Anästhesisten an seiner Seite. Sollte er sich bei einem Tier nicht sicher sein, behält er es über Nacht bei sich zu Hause und überwacht seine Genesung – ihm sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt!
Ab und zu war es jedoch aus verschiedenen Gründen auch notwendig, Tiere bei einem fremden TA operieren zu lassen, bzw. haben wir Tiere kurz nach ihrer OP erst übernommen – bei diesen sind dann ab und zu oben beschriebene Symptome aufgetaucht. Die Nachsorge ist also – abhängig von der tierärztlichen Betreuung – extrem wichtig, und jeder sollte sein Tier nach einer OP gut beobachten.
Wenn das Tier die OP gut überstanden hat, sollte man möglichst, sowie Exkremente und Pieselecken im Käfig sind, diese entfernen. Ich halte die Tiere generell auf weißem Küchenpapier, das ist weich, preiswert und zeigt Verschmutzung oder Blut, evtl. Eiter ect. sofort nach Absonderung an. Je nach Wundheilung kann man die Tiere nach frühestens ca. 14 Tagen wieder auf Einstreu halten, umziehen in ihr Rudel würde ich sie erst lassen, wenn die Wunde vollständig geschlossen und verheilt ist (nagen beim Putzen sonst den Schorf ab und ziehen sich die Fäden).
Um Wundinfektionen vorzubeugen ist absolute Hygiene unabdingbar, meist behandle ich die Wunde kurz nach der OP (bei fremden TA) mit Novugengel, was ich 1 x tgl. auch ca. 10 Tage weiterführe. Es wird nicht abgeleckt weil es bitter schmeckt und ist gerade bei sehr großen Wunden eine Hilfe zu Heilung und Desinfektion.
Leider gibt es trotz aller Vorsicht noch genügend Tiere, deren Wunden sich entzünden und schwer heilen, evtl. eine Nach – OP benötigen usw. Aber das gehört zu einem anderen Thema.
Geschrieben unter: Tiergesundheit






