Ektoparasitenbefall bei Farbratten – kleiner Nachtrag


Man sollte sich von einem Nicht – Haushaltsmitglied folgende Dinge besorgen lassen: Indorex Fogger von Virbac (Apotheke, TA, ca. 20,- € für 60 qm), Ardap – Spray, mehrere Flaschen (dito, auch beim Hornbach – Baumarkt für günstige 11,- €) und Frontline – Pumpspray (dito), gegebenfalls anderes Antiparasitikum für andere Tierarten (TA).
Grundsätzlich sollte man sich, nach Bedarf, doch mindestens 3 Tage Zeit nehmen. Zuerst ver ARDAPt man frische Transportboxen für die Tiere, lässt sie auslüften, Futter und Wasser hinein. Dann werden alle vorhandenen Tiere behandelt (die Ratten bspw. mit o.g. Frontline, hier nicht als SpotOn gebraucht), in die Boxen gesetzt und in eine saubere Umgebung (Nachbarn, Freunde) verbracht. Muss man die Wohnung verlassen, kann man auch sich selbst verardapen – nicht ins Gesicht und nicht einatmen, Schuhsohlen nicht vergessen.
Danach werden alle betroffenen Gegenstände, v.a. unmittelbare und mittelbare Tierumgebung, verardapt – Mundschutz nicht vergessen. Aller Abfall (Einstreu, Etagenbeläge, Heu – bspw. Nester) wird in stabile Plastiksäcke gefüllt und schichtweise verardapt. Bitte daran denken – alles, was unbehandelt die Wohnung verlässt, ist potentiell infiziert! Danach v.a. Holzzubehör was man behalten will und “Ecken” (bspw. Holzscheuerleisten, Türrahmen aus Holz ect.) verardapen. Alles grossflächig auf dem Boden, wenn mgl. auf glatten (PVC, Fliesen ect.) ausbreiten. Zu guter Letzt frische Sachen verardapen, auslüften lassen, anziehen, alte Sachen verardapen und in die Waschmaschine stecken. Nun kann man den oder die Fogger drapieren, und mit dem Vernebeln beginnen. In der Zeit des Nebelns müssen natürlich alle die Wohnung verlassen, dito für anschliessende Einwirkzeit und Lüftungszeit, bitte nach Packungsbeilage des Foggers richten!
Ist der Wohnraum abschliessend gut ausgelüftet, kann man mit den Tieren dorthin zurückkehren, bitte danach ein paar Tage nicht saugen, auch wenn es schwer fällt. Alle Tiere müssen im Abstand von einer Woche noch 2 x nachbehandelt werden (3 x insgesamt).
Hat man sauber und nach den Beipackauflagen der Präparate gearbeitet, besteht keine Gefahr für Mensch und Tier, und die Parasiten ist man los. Der o.g. Fogger hat eine Präventivwirkung von 6 Monaten, sollte in dieser Zeit irgendetwas krabbeln, stirbt es bei Kontakt sofort. Ardap – Spray hat eine Wirkung von 6 Wochen, dito. Von Bactazol rate ich ab, da es keine Präventivwirkung besitzt, ebenso von allen anderen Foggern, gerade von allen, die im ZFH angeboten werden.
Die o.g. Präparate haben sich bewährt und man ist damit auf der sicheren Seite. So braucht man auch kein gutes Zubehör entsorgen, und v.a. nicht die guten teuren Metallvollis! ;-) Auch muss man, bei – man kann es gar nicht oft genug erwähnen – SAUBERem Arbeiten, die Prozedur natürlich nicht wiederholen! Auch hier gilt, wie immer im Umgang mit Giften – soviel wie nötig, und so wenig als möglich!!!
Grundsätzlich ist im Übrigen Hitze besser als Kälte – sie zerstört das Eiweiss und damit auch die Überdauerungsstadien, denn einige können auch grosser Kälte standhalten. Das gilt für alle Parasiten.
Von der Bekämpfung mit Speiseöl kann ich nur abraten – sofern man nicht jede Milbe direkt vor der eigenen Nase am kleinen Milbenpranger angekettet hat und ihr persönlich den Todestropfen Sojola verpassen kann ;-) – man erwischt so sicher niemals alle und das grosse Krabbeln ist vorprogrammiert!
Zum Abschluss noch ein Wort in eigener Sache – man sollte bei einem Befall mit diesen oder ähnlichen Arten nicht den Kopf verlieren – auch dem ist beizukommen, wenn man nachhaltig, konsequent und vorbeugend arbeitet. Man sollte keinesfalls in das eine oder das andere Extrem verfallen – keinesfalls ist ein “lockerer Umgang” bei dieser Art von Parasitenbefall anzuraten, ebensowenig aber auch irgendeine panische Überreaktion (Milben “im Kopf”). Im Beitrag des letzten RG wurden viele gute Tipps gegeben – Neuankömmlinge spoten, in Quarantäne bis Einsatz der Wirkung des Präparates, Desinfektion neuer “alter” Zubehörteile und Gehege und nicht zu vergessen – keine v.a. Nagerexoten vom ZFH oder “Züchtern” erwerben, sondern lieber die verantwortungsbewusste NFV unterstützen!

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Geschrieben unter: Tiergesundheit

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