Ektoparasitenbefall bei Farbratten – kleiner Nachtrag
Mit Aufmerksamkeit habe ich im letzten Rattgeber den Artikel zu Milbenbefall bei Ratten gelesen. Leider verliert gerade dieses Thema nie an Aktualität, gerade in den letzten Tagen (über Ostern) haben wir wieder einen Fall gehabt, bei der ein Befall mit Tropischer Rattenmilbe, eingeschleppt über Mongolische Rennmäuse aus dem Zoo”fach”handel, einer Familie mit 4 Kindern(!) ziemlich böse zugesetzt hat. Mit Glück und Zufall fand die Familie bei uns Hilfe – sie hatten zuvor schon einen mehrwöchigen Weg über Humanmediziner, Tierärzte und Schädlingsbekämpfer hinter sich.
Ein unbedachter Tiererwerb kann also unerwartete Folgen haben…
Aber davon abgesehen – zuerst “trifft” es doch meist all diejenigen, die vermehrt den Umgang mit vielen Tieren pflegen und durch deren Hand ebenso viele Tiere gehen – private Notfalltierstationen, Pflegestellen oder Tierheime. Der intensive Kontakt zu vielen verschiedenen Tieren und Arten erhöht das Risiko, mit kleinen “Untermietern” Bekanntschaft zu schliessen. Dabei meine ich nicht nur die Ektoparasiten, sondern auch Endoparasiten und Infektionskeime wie bspw. Bakterien oder Viren. Einige davon können auch für den Menschen gefährlich werden, jüngste Fälle sind hinlänglich allen bekannt. Sicher ist es keinesfalls möglich, immer alles zu erkennen und entsprechend zu behandeln (was das handling mit einschliesst), aber wir als NFV müssen uns verschiedener Zusammenhänge bewusst werden – einerseits des erhöhten und unkalkulierbaren Risikos (für uns und unser Umfeld) und andererseits unserer Schutz- und Bindegliedfunktion zum zukünftigen Halter. Damit heisst das Zauberwort auch hier – Verantwortung.
Jeder von uns sollte – generell – nach bestem Wissen und Gewissen handeln, und gegebenenfalls die Möglichkeit nutzen, von jemand anderem noch etwas lernen zu können. Nichts ist schlimmer als ein postuliertes Absolutum, als da bspw. hiesse: “Habe sie untersucht – die Tiere sind gesund…” – in diesem Fall von vor 3 Wochen musste im Nachhinein zugesetzt werden “…samst der auf und innerhalb ansässigen Sarcoptes (Grabmilben) und Atemwegsinfektionskeime.” – soweit so schlecht.
Das gilt immer und v.a. auch für überregionale Vermittlung, falls diese, bspw. bei Grossnotfällen, notwendig wird (Verschleppung)!
Was auf uns in näherer Zukunft zukommen wird…
…sind v.a. animal hoarding Notfälle (Grossnotfälle mit einer hohen Tieranzahl meist verschiedener Arten, siehe RG Nr. 74), in deren Schlepptau multiresistente Keime und Keime/ Parasiten, die durch den Klimawandel langsam aber sicher bei uns Fuss fassen.
Geschrieben unter: Tiergesundheit






