Die kleine Siam


Die kleine Siam ist ein Farbrattenweibchen. Sie kam zu uns Anfang März 2007 und war ca. 6 Monate alt. Die Halterin hatte das Tier sehr spontan und unbedacht als Einzeltier (!)… vom Rattenclub e.V. , Christine Voss (Vermehrung, existiert nicht mehr!) auf der Grünen Woche in Berlin erworben, wollte ihr eigentlich Gesellschaft holen aber gab sie dann doch mangels Interesse und handling – Möglichkeit hier ab. Es ist unverantwortlich, ein Tier aus reinem finanziellen Interesse zu vereinzeln und den Halter mit der Problematik allein zu lassen, ebenso unverantwortlich ist es, Einzeltiere käuflich zu erwerben. Bei Tieren aus Einzelhaltung ergeben sich immer wieder Probleme bei der Integration!
Zum Glück fand sie ein sehr schönes Zuhause, hier das feedback von Conny aus Berlin:

Hi Katja, ich dachte mir dich wuerde es vielleicht interessieren, wie es bei mir gerade so laeuft. Also: am ersten Abend im neuen zu Hause hat Kila (so heisst die kleine Siam jetzt) natuerlich kraeftig geborstelt, ihr Kaefig roch nach den anderen und sie hat maechtig versucht den Geruch mit ihrem eigenen zu uebertoenen. Die anderen Naeschen im Kaefig nebenan waren auch noch sehr wuselig, so hab ich sie jedenfalls erstmal einer Nacht ueberlassen. Am naechsten Tag hatte Kila schon fertig geborstelt und fing bei Geruch auch erst garnicht wieder damit an, sie schlief friedlich im (Stinke-)Haus der anderen. Am Nachmittag hab ich dann zum ersten Mal getestet, wie sie sich verhaelt, wenn sie andere Ratten trifft. Meine drei heissen uebrigens Yomi (the big boss), Kiko (die ewig Zweite) und Lilu (der Schisser). Das erste Treffen fand nach deinem Tipp auf meinem Schoß statt, allerdings hab ich Kiko dazu auserkoren, weil Lilu nicht nur bei Ratten sondern leider auch bei Menschen ein kleiner Schisser ist. Sie laesst sich nicht gerne greifen und ist auch sonst recht schreckhaft und aengstlich, das wollte ich ihr erstmal nicht zumuten. Ich versuchte also ein Treffen auf meinem Schoß mit der (sehr kleinen) Kiko, und es passierte natuerlich garnichts. Kiko schnupperte ein bischen, Kila glotzte doof und Kiko versuchte sich aengstlich zu verstecken, weil ich natuerlich in fremder Umgebung saß (hat mir nach 5 Minuten erstmal gereicht). Nach spaeteren weiteren Versuchen auf dem Schoß hab ich es aufgegeben, weil ich nur mit Rattensammeln beschaeftigt war, anstatt dass die sich mal fuereinander interessieren. So hab ich es in der Badewanne versucht: keine Chance, panische Angst und wilde Sprünge auf Mamas Arm. Naechster Versuch: neutrales Gebiet, abgegrenzt durch Spanplatte: keine Chance, auch hier nur wieder Ausbruchsgelüste per Armkrabbeln und Hürdensprünge. Also dacht ich mir ich versuchs lieber mal da, wo meine kleinen Schisserlis nicht das Flattern kriegen und hab mich in ihr Auslaufzimmer (wo auch die Käfige stehen) gesetzt. Da fing endlich mal das gegenseitige erkundschaften an! Na jedenfalls ehe ich jetzt alle Kleinigkeiten aufzaehle die groben Fakten: – Kila musste erst feststellen, dass sich auf den Ruecken werfen manchmal besser ist als wild auf den Hinterpfoetchen zu kaempfen. Mittlerweile borstelt sie immerhin nurnoch wenn sie sich akut mit wem kloppt, vorbeilaufen, schnueffeln ist sonst ok. -Kiko stellte sich nicht als so kooperationsbereit dar, ich glaube mit ihr werde ich die groessten Probleme haben (kleiner Giftzwerg, Borstel- und Fellrupfalarm), sie kann sich doch schnell aggressiv verteidigen (bin ich immer mit Adleraugen drauf). Mit der werde ich mich wohl zuletzt beschaeftigen. – Lilu hat sich verhalten wie erwartet: bloß nicht kaempfen, schnell hinlegen und warten bis es vorbei ist. Leider wird Kila schnell größenwahnsinnig und lässt die arme Lilu, wenn sie sich einmal ergeben hat, kaum noch in Ruhe: immer wieder drauf steigen, borsteln, einen auf dicke Hose machen, während die kleine Lilu nur daliegt, sich zwangsputzen laesst und, wenn Kila sich wieder eingekriegt hat, muede gaehnt. – Yomi, mein kleines Goldstueck. Sie entpuppte sich als sehr guetige Rudelfuehrerin, komischerweise war sie die einzige, bei der sich Kila nicht auf einen groesseren Kampf eingelassen hat und die einzige bei der sie sich bisher auf-den-Rücken-werfend unterworfen hat. Leider ist es oft Kila die gut gemeinte Gesten von meinen Kleinen noch nicht annehmen will. Lilu und Yomi sind erstaunlich liebenswuerdig, beide habe ich noch nicht borsteln sehen, nichtmal bei Rangeleien. Lilu wollte sich einmal zu Kila in eine Strohmuetze legen, das ging auch ohne Agressionen, allerdings fuehlt Kila sich dabei anscheinend noch unwohl, sie hat nach ein paar Minuten das Muetzchen verlassen. So ging es auch schon als Yomi sich zu Kila hinzugesellen wollte, sie rueckte auf ihrem Ruheplätzchen ein paar Zentimeter von Yomi weg, traurig sowas ;-( PS: nach der dritten Vitaminpastenfuhre hat Kila sogar gecheckt wie es ist an einem Finger zu LECKEN anstatt in ihn reinzubeißen…

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