Wildnager im Haus!
Ein kalter Winter liegt hinter uns, und auch hinter unseren Wildtieren – falls sie Glück hatten.
Aufgrunddessen kam es in diesem Winter häufiger also sonst vor, dass Kleinnager sich in die Wohnhäuser verirrten bzw. diese zwecks Überlebens gezielt aufsuchten.
Niemand hat bekanntlich gern Wanderratten (Rattus norvegicus) oder Hausmäuse (Mus musculus) zur Untermiete, zumal sie eher unter “Mietnomaden” fallen.
Glücklicherweise gibt es aber auch noch Menschen, die den kleinen ungebetenen Gesellen nicht mit Schlagfallen und Gift auf den Pelz rücken, sondern nach einem tiergerechten Weg suchen, die kleinen Plagegeister wieder loszuwerden.
Im Prinzip reicht es, wenn man die Futterstellen (Mülltonnen ect., Vogelfutterplätze usw.) beräumt – finden die Nager nichts zum Fressen, wandern sie schnell wieder ab. Das sollte aber auch für den näheren Einzugsbereich der Umgebung gelten, denn die zweite Attraktion sind mögliche Unterkünfte. Dort siedeln sie sich dann an und nehmen weiter entfernte Futterplätze gern in Kauf, wenn sie dafür eine warme Unterkunft erhalten.
In den Wohnbereich gelangte Tiere kann man per Lebendfalle fangen und wieder zu ihren Artgenossen entlassen, allerdings sollte man sich aber auch ein Köpfchen machen, wie genau nun die Tiere erst ins Haus gelangen konnten. Dafür lohnt es sich, den Fussboden, das Mauerwerk und evtl. Kellerräume abzusuchen und die Löcher, so man welche findet, zu stopfen.
Schwieriger haben es Menschen, die im Aussenbereich Tiere halten (bspw. Auffangstationen für Wildvögel, Eichhörnchen ect.), sie halten die Tiere bis zu deren Wiederauswilderung meist in Gehegen, die nicht ausreichend gegen Wildnager gesichert sind (Gitterabstände – Hausmaus!, Fundament/ Bodengitter – Wanderratte!). Die Nager dringen in die Tierbereiche ein, futtern sich dick und rund, ärgern ggf. noch die gehüteten Tiere und bringen ggf. auch Krankheiten mit. Sich wirksam, allseits tiergerecht und nachhaltig davor zu schützen heisst, wie im Haus selbst, Absicherung!!! Ggf. Müssen Volieren- oder Stallkonzeptionen neu überdacht werden. Ansonsten wird es immer ungeladene “Neuzugänge” geben!
Schlagfallen und Gift sind kein Lösung, werden Plätze durch zu Tode gequälte Tiere frei, rücken andere aus der Wildtierpopulation nach.
Lebendfallen… bspw. für Mäuse, müssen nicht immer teuer gekauft werden. Gerade hier hilft folgende Einrichtung:
ein hoher Eimer mit aussen befestigtem Stück Holz (fungiert als Leiter), der Boden ist bedeckt mit einer Schicht Körner/ Mausfutter und etwas Saftfutter wie bspw. Gurke/ Salat. Die Mäuse klettern die “Leiter” hinauf, schaukeln ein wenig auf dem Rand und purzeln schliesslich hinein. Unten angekommen, fressen sie sich dick und haben so gleich die nötige Energiereserve für eine Wiederauswilderung. Diese Falle “hört” man, ansonsten bitte ca. alle 3 Stunden kontrollieren. Funktioniert prima!
Bei sprungbegabten Mausarten (bspw. entlaufene Heimtiere) einfach einen Deckel auf den Eimer setzen, und in diesen einen Randausschnitt von 6 cm Durchmesser einfügen. So gehen wenigstens die ersten Sprungversuche schief, man muss hier aber oft kontrollieren.
Wichtig bei allen Lebendfallen – auch hier muss die erreichbare Umgebung frei von Nahrungsmitteln sein. Denken Sie immer daran – kein Nager kann einen Kühlschrank öffenen!
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