Tierschutz in Deutschland


Wichtig bei einem Animal Hoarding Grossnotfall ist die Reihenfolge: sofortige Geschlechtertrennung, Antiparasitikum (Kleinnager: Selamectin spot on), Abort der Weibchen (Alizin, auch für Kleinnager das Mittel der Wahl), Kastration der Böcke (Gasnarkose bei Kleinnagern) – alle Schritte sowie weitere Behandlungen können in der 4 – wöchigen Quarantäne problemlos durchgeführt werden, danach sind die Tiere abgabebereit.
Wenn nun eine Pflegestation (da ehrenamtlich, muss die Aufnahme auf ein Mass beschränkt bleiben, das die lebenslange Versorgung der Tiere sicherstellt) oder ein Tierheim (Möglichkeit des Notrufes, nach Quarantäne können die Tiere in Gruppen auch in andere Tierheime verbracht werden, so wird die Belastung zu Spitzenzeiten reglementiert), welche beide die zusätzliche Möglichkeit haben, mit tierartspezifischen Vereinen und Pflegestellen (alle meist ehrenamtlich) zusammenzuarbeiten, Tiere aufnimmt, kann nach Prüfung der o.a. Möglichkeiten landesweit festgestellt werden, ob ein derartiger, sich also zu diesem Zeitpunkt noch in Quarantäne befindlicher, Notfall händelbar ist oder nicht. Wenn nicht absehbar und gesichert ist, dass auf eine angemessene Zeit (abhängig von der Lebensdauer der Tierart, in diesem Fall 2,5 – 3 Jahre, also ca. 6 Monate) diese Tiere in gute Hände vermittelt werden können (Voraussetzung: gesund, handzahm) muss überlegt werden ob es – im Sinne der Tiere (!) – sinnvoll wäre, diese insgesamt oder eine bestimmte Anzahl des Grossnotfalles zu euthanasieren. Das ist ein Schritt, der gut überlegt sein will und nicht leichtfertig gegangen werden darf, deshalb hierzu noch einige Überlegungen.
Grundsätzlich sollten auch hier die ehrenamtlich arbeitenden Menschen mit einbezogen werden, wenn sie das nicht sogar schon sind. Ehrlichkeit ist auch hier eine Grundvoraussetzung – kein vernunftbegabter Mensch wird, wenn er umfassend darüber informiert ist, eine tierfreundliche, also schnelle und schmerzfreie, Euthanasie ablehnen. Wichtig ist ausserdem eine generalisierte Euthanasie, das heisst, das die Tiere nicht ausgewählt werden nach bspw. Geschlecht, Alter, Farbe u.a. phänotypischen Merkmalen, Krankheiten ect., sodass hier keine Selektion auf gewünschte Merkmale stattfinden kann, denn auch und gerade das ist die Degradierung des Lebewesens Tier zur Ware und damit eine Unterstützung dieser Ansichten in der Gesellschaft.
Ergänzend gilt es vielleicht zu sagen, das bei Grossnotfällen ohne entsprechende Versorgung der Tiere über Jahre hinweg natürlich Inzucht, Krankheiten u.ä. bemerkbar machen – aber werfen wir einen Blick in die Praxis. Es gibt bei einigen euriöken Tierarten anscheinend immer noch genügend genetisches Reservoir, das nicht nur einige Tiere diesen „Haltungsbedingungen“ trotzen, sondern auch nur die stärksten überleben. Kurioserweise findet man dann bei einigen Grossnotfällen gesundheitlich sehr stabile Tiere, die auch, wenn nicht misshandelt, nicht aggressiv sind und somit auch eine reelle Vermittlungschance haben. Soweit zum Königsweg, kommen wir zur anscheinend gängigen Praxis.

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Kommentare

Ein Kommentar zu “Tierschutz in Deutschland”

  1. E.Hahn Says:

    Hallo,
    endlich mal jemand der die Problematik in der Praxis des Tierschutzes anspricht und keine Angst vor den Reaktionen hat.

    Finde es sehr schade, das auch im Tierschutz der “Wert” des Tieres an dessen “Nutzen” gemessen wird.

    Weiter so.

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