Tierschutz in Deutschland


Animal Hoarding Notfälle sind unbeliebt, es geht meist um eine hohe Anzahl kranker, verwahrloster, trächtiger und verwilderter Tiere, deren Bergung allein schon eine Unmenge an Aufwand und Kosten nach sich zieht, Abgesehen von der nachfolgenden Unterbringung, tierärztlichen Behandlung und Vermittlungsarbeit, sofern eine Vermittlung überhaupt möglich ist.
Bei Kleinnagern macht man deshalb in den meisten Fällen kurzen Prozess – Cumarine (Giftköder für Wanderratten und Hausmäuse), sorgen für tage-, oft wochenlanges extrem schmerzhaftes innerliches Verbluten) hinein, Räume versiegeln. Nach ca. vier Wochen kann dann der Entsorgungsdienst übernehmen.
Bei anderen Kleintieren (Hunde, Katzen) ist der „Entsorgungsweg“ kein so leichter, bei Gross- und Nutztieren (Schweine, Pferde bspw.) kann man immer noch den Weg ins Schlachthaus wählen. Man spart sich also hier die unangenehme Arbeit und die Kosten gern, zumal im Zweifelsfall immer der Steuerzahler die Kosten trägt.
Wo allerdings bleiben da die Interessen der Tiere und des Tierschutzes? Eine Festschreibung im GG ist zwar eine Chance auf Verbesserung, aber keine Sicherheit selbiger – für den Tierschutz muss also etwas getan werden, in Deutschland wird er gern immer noch in der Praxis als nicht ganz ernst zu nehmende Randgruppe abgetan. Was also ist Ihre Reaktion auf die Begrifflichkeit „Tierschutz“? Nimmt man die Aufgabe, für andere Spezies zu sorgen (ggf. zu überleben auf diesem Planeten) mit allen Problembereichen wahr und ist bereit, sich damit auseinanderzusetzen oder sieht man eher das Tier in unserer Industriegesellschaft als Sicherung seines Arbeitsplatzes? Das Tier als Ware, Repräsentant eines finanziellen Wertes, nämlich seines Marktwertes in Bezug auf die Kosten, die es verursacht bzw. solche, die es einbringt? Diese Frage muss sich jeder von Ihnen selbst beantworten.
Wie sieht nun die Alternative aus?
Ich denke, es gibt einen vorurteilsfreien, gut begründeten Königsweg, der eine Kollision verschiedener Interessengruppen vermeidet. Es besteht immer die Möglichkeit, auf ehrenamtlich arbeitende Menschen zurückzugreifen, die aus Überzeugung heraus handeln. Das gilt für jeden wichtigen Bereich, der v.a. Geld und Arbeit kostet, und deren Betroffene wenig oder gar nicht für sich selbst sprechen können. Das Gros der anfallenden Arbeit kann also durch Ehrenamt bewältigt werden, das gleichzeitig eine finanzielle Entlastung schafft und für seine Überzeugung damit einsteht. Das freut sicher auch den Steuerzahler.
Schritt eins, die Beräumung, konnte damit also vollständig durchgeführt werden, kein Tier musste zurückgelassen werden und kein Tier fiel damit dem qualvollen Tod durch Cumarine anheim.
Schritt zwei ist die Unterbringung, ein Teil wurde bei uns in der Kleintierpflegestation in Quarantäne gesetzt, ein grösserer Teil kam in das zuständige Tierheim.

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Kommentare

Ein Kommentar zu “Tierschutz in Deutschland”

  1. E.Hahn Says:

    Hallo,
    endlich mal jemand der die Problematik in der Praxis des Tierschutzes anspricht und keine Angst vor den Reaktionen hat.

    Finde es sehr schade, das auch im Tierschutz der “Wert” des Tieres an dessen “Nutzen” gemessen wird.

    Weiter so.

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