Tierschutz in Deutschland


Theorie versus Praxis?
Es ist immer wieder ernüchternd, womit man im Praxisalltag konfrontiert wird.
Da kollidieren verschiedene Bereiche, je nach Entscheidungsträger kippt dann die Waage zugunsten des einen oder anderen, leider nur werden diese Entscheidungen nicht immer nur mit dem nötigen Hintergrundwissen bzw. der nötigen Objektivität gefällt. Erschwerend kommt die recht interpretationsfähige Gesetzeslage hinzu, sowie die finanzielle Situation nicht nur der Gemeinden.
Allzu oft kann dadurch nach Gutdünken, also persönlichen Befindlichkeiten, entschieden werden – eine Handhabe dagegen ist kaum vorhanden da die Nachweispflicht anscheinend bei demjenigen liegt, der die Einwände vorbringt. Sicherlich können Sie sich in die o.g. Einführung durch persönliche Erfahrungen einfühlen, andererseits werden Sie sich auch berechtigt fragen, worin eigentlich genau das Thema besteht und wohin es führen soll. Konkret geht es um einen speziellen Fall, den ich gern aus der Sicht des Tierschutzes beleuchten möchte ohne die beteiligten Bereiche aus dem Blickwinkel zu verlieren. Gleichzeitig will ich aufzeigen, das ein „goldener Mittelweg“ oder „Königsweg“ durchaus vorhanden und gangbar ist, sodass eine durchaus vernünftige Lösung für alle Beteiligten gefunden werden kann – und zwar bei jedem Problem dieser Art!
Grundvorraussetzung allerdings ist die Bereitschaft aller Beteiligten, sodass ein Konsens gefunden werden kann, der rein problemorientiert ist. Dazu gehört auch neben Ehrlichkeit und Sachverstand die Offenheit gegenüber Fachkompetenzen anderer Bereiche und deren Akzeptanz! Respekt gegenüber einander ist das Zauberwort, das beinhaltet auch eine Ansicht bzw. Meinung zu hinterfragen, ohne sich persönlich auf den Kittel bzw. die Füsse getreten zu fühlen. Ebenso gehört dazu, sich vorher über etwas zu informieren, für das man seine Arbeit und ggf. seinen guten Namen zur Verfügung stellt.
Bei dem aktuellen Beispiel auf das ich hinaus möchte geht es um einen Animal Hoarding Fall im Raum Brandenburg, gehortet wurden hier über 120 Kleinnager.
Animal Hoarding Notfälle treten in den letzten sechs Jahren vermehrt hier in Deutschland auf, die Verursacher sind psychisch kranke Menschen denen jegliche objektive Einschätzungsmöglichkeit in Bezug auf ihren Tierbestand und ihr Umfeld fehlt. Animal Hoarding ist nahe verwandt dem Messie Syndrom, nur das hier Tiere und keine Gegenstände gesammelt und vermehrt werden. Es findet keine Trennung mehr zwischen Wohn- und Tierbereich statt, sodass die Tiere sowie der Hoarder selbst verwahrlosen, in fortgeschrittenem Zustand leben sie in Abfall und den eigenen Exkrementen. Hier gefährdet also der Hoarder nicht nur sich und die Tiere, sondern auch sein Umfeld – wird er beräumt und nicht in psychiatrische Langzeittherapie überführt, beginnt er sofort erneut, Tiere zu horten. Die Rückfallquote liegt bei 100%, gehortet werden sowohl Heim- als auch Nutztiere und der Hoarder kann jeder Gesellschaftsschicht angehören, ist aber meist sozial isoliert und lebt allein. Animal Hoarding ist in Deutschland noch nicht als psychische Krankheit anerkannt, Vorreiter ist hier in Europa Österreich. Es besteht damit dringender Handlungsbedarf seitens des Gesetzgebers! Der hier nun vorliegende Fall konnte in guter Zusammenarbeit des Tierschutzes mit dem Veterinäramt beräumt werden, das war Schritt eins.

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Geschrieben unter: Aktuelles, Animal Hoarding, Probleme im Tierschutz, Startseite, Top Thema

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Kommentare

Ein Kommentar zu “Tierschutz in Deutschland”

  1. E.Hahn Says:

    Hallo,
    endlich mal jemand der die Problematik in der Praxis des Tierschutzes anspricht und keine Angst vor den Reaktionen hat.

    Finde es sehr schade, das auch im Tierschutz der “Wert” des Tieres an dessen “Nutzen” gemessen wird.

    Weiter so.

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