Riesenratten in England
Zur Zeit geistert eine Geschichte durch diverse Zeitungen, die man landläufig auch gern als Regenbogenpresse bezeichnet. Riesenratten in einer kleinen Stadt in England.
Zitiert werden jeweils eine Mutter mit 6 Kindern und ein Brandon Goddard, dessen Berufsbezeichnung zwischen “Manager einer Gebäudereinigungsfirma” und Kammerjäger (je nach Zeitung) schwankt. Der initiale Beitrag war wohl in der Englischen Zeitung “Sun” zu finden. Aufgegriffen wurde die Geschichte dann unter anderem auch vom Inbegriff des deutschen Qualitätsjournalismus, der “Bild”. Die Riesenratten terrorisieren wohl die hiesige Bevölkerung und versetzen alle in Angst und Schrecken ;-)
Sogar der zitierte Brandon Goddard habe vor Angst gezittert, als er eines der Tiere erschoss.
Die britischen “Mammal Society” vermutet, das es sich um Nutrias (Myocastor coypus) handelt, die bei uns auch als Bisamratten bezeichnet werden. Diese Vermutung ist sicher nicht so verkehrt, den Nutrias können durchaus recht “aufdringlich” werden, wenn sie Futter suchen. Allerdings haben Bisame mit der typischen Wanderratte (Rattus norvegicus) nicht wirklich viel gemein. Beide Tierarten unterscheiden sich auch deutlich in ihrer Größe, was dann auch die “Riesenratten” erklären würde. Die in den verschiedenen Artikeln zu findenden Bilder sind auch irgendwie typisch Regenbogenpresse, es sind tatsächlich Wanderratten zu sehen, allerdings ohne das man die tatsächliche Größe der Tiere auf dem Foto erkennen könnte. Im Kontext des Artikels werden dann die Tiere auf den Bildern im Kopf des Lesers groß.
Dazu kommt, das vor vielen Jahren die Nutrias in der betroffenen Gegend wohl nahezu ausgerottet wurden. Klar, das dort keiner mehr weiß, wie die Tiere aussehen. So entsteht dann schnell der Mythos der Riesenratte.
Zumindest hatten wir ein paar lustige Minuten beim Lesen der verschiedenen Beiträge zu den “Riesenratten in England”.






