Rattengift!
Während unserer Urlaubszeit plant die EU – Kommission die Antikoagulantien im Rattengift zu verbieten.
Antikoagulantien sind Blut – Gerinnungshemmer, die dafür sorgen sollen, das Ableben der wilden Verwandten unserer Heimtiere (Rattus norvegicus, Wanderratten) nach Aufnahme des Giftes zu verzögern.
Wanderratten sind sehr intelligente Tiere, die in grossen Sozialverbänden leben. Um Muttertiere und Welpen nicht zu gefährden, wird neues und unbekanntes Futter erst vorsichtig von jungen Böckchen getestet, da diese u.a. für den Schutz des Rudels und dessen Weiterbestehen sorgen. Diese jungen Böckchen sind in Sachen Arterhaltung etwas “entbehrlicher” und erkunden auch neue Pfade, Baue und Futterquellen.
Wenn es diesen sogenannten “Vorkostern” nach Genuss der neuen Nahrung schlecht geht oder diese sogar versterben, wird das Futter vom Rudel nicht mehr angerührt, sodass Nahrungskonkurrent Mensch dafür sorgt, das die Wirkung der Giftköder erst soweit verzögert eintritt, das die meisten Rudelmitglieder schon genügend davon aufgenommen haben.
Haben nun bspw. Wanderratten, Hausmäuse o.a. wilde Mausarten (Wühlmausarten, Gelbhalsmäuse, Wadmäuse usw.) oder auch Vögel, andere Kleinnager, Heimtiere wie Hund und Katze, Beutegreifer über Beutetiere – sprich, alle mglw. mit dem Gift in Kontakt kommende Tiere – dieses aufgenommen, verbluten sie langsam und qualvoll über Tage und manchmal Wochen innerlich – unter unbeschreiblichen Schmerzen!!! Der Tierarzt kann hier meist nicht mehr zugreifen, wurden die Antikoagulantien verstoffwechselt, ist es zu spät, und eine Euthanasie das letzte Mittel, um dem Tier den Tod zu erleichtern!
Wieviele Halter von Heimtieren haben dadurch schon ihre Tiere verloren? Wieviele Hunde, Katzen, Kleinnager, Vögel und selbst Kinder wurden schon vergiftet?!? Ja, auch für den Menschen sind diese Gifte lebensgefährlich, v.a. natürlich für ältere oder kranke Personen oder eben Kinder, die nicht wissen, dass es sich um ein Gift handelt!!!
Zur unkalkulierbaren Gefahr dieser Gifte kommt mittlerweile auch ein eingeschränktes Wirkspektrum hinzu – die Resistenzen bei den sogenannten “Schadnagern”, also den Wildnagern, steigen, nicht alle Tiere einer Population werden getötet, die Überlebenden sorgen schnell für Nachwuchs bzw. neue Populationen wandern ein. Damit steigt zusätzlich die von der Rattengiftindustrie, sprich Pharmaindustrie, so oft werbewirksam ängstlich beschrieene Gefahr, die angeblich von den Wildnagern für den Menschen ausgeht – oder gibt es auch nur ein Gebiet im städtischen oder ländlichen Raum, in dem jemals eine Bekämpfung dieser Art in irgendeiner Form nachhaltig gewesen wäre? Sicher nicht!!!
Wie also wäre dem Problem, falls es sich überhaupt um ein solches handelt, der Wildnager zu begegnen, nachhaltig, tierfreundlich, umweltfreundlich und ohne Risiko für den Menschen?
Ganz einfach – natürliche Habitate zur Bewahrung der genetischen Vielfalt aller Kleinnagerarten (einige dieser schon seit Jahren auf der Roten Liste!), in Siedlungen ein sinnvoller Umgang mit menschlichen Abfällen ohne Zugang für die Kulturfolger, ebenso ein Abdichten der Laufgänge zum Schutz der Innenräume. Ein intaktes Ökosystem schützt Mensch und Tier, das gilt auch für den Schutz vor Parasiten, Infektionskeimen (Zoonosen!) und Verlusten von Lebensmitteln. Simpel ausgedrückt und auch für den letzten unbewusst eigennützigen Grubengräber verständlich – wo kein Futter und keine Behausung, da auch keine Ratten!
Profitorientiert werbeträchtig von Pharmakonzernen bzw. Massentierhalter – Baronen verbreiteter Irrglaube, gewürzt mit Unwissen und gestützt mit gezielter Fehlinformation haben bisher ausschliesslich millionenfach Gelder in die Taschen Einzelner gepumpt. Öffenen Sie Ihre Augen und werfen Sie die Bären von Ihren ohnehin schon krumm gebuckelten Rücken!!!
Das Tierhausi spricht sich gegen jedwede Gewalt Tieren gegenüber aus – wir stehen für eine nachhaltige Lebensgemeinschaft von Mensch und Tier. Auch wir haben Wanderratten bei uns auf dem Grundstück, lustige kleine intelligente Gesellen, mit denen wir genauso leben wie mit Rauchschwalben, Igeln oder Rötelmäusen. Natürlich ist unser Kompost auch ein richtiger Kompost und unser Haus kein Schweizer Käse – also wieso sollte ich mit einer stabilen, gesunden Population von Wanderratten Probleme haben?!?
Zurück zum Giftmüll. Sollte das EU – Parlament zustimmen, könnte das Verbot noch diesen Sommer wirksam werden, obwohl die ersten Grossfarmer schon protestieren… Möge die Giftspritze also sanft ins gut geschmierte eigene Hinterteil derer treffen, die an solch unsinnigen und schädigenden Eingriffen in den Naturhaushalt verdienen! Hoffen wir, dass die EU diesmal die richtige Entscheidung trifft!!!
Geschrieben unter: Aktuelles, Wildratten






